Gelebte Integration: Brunnadere-Lade Bern

Gelebte Integration am Beispiel Brunnadere-Lade in Bern;
Aus der Laudatio zum Berner Integrationspreis für den Brunnadere-Lade in Bern

An der Brunnadernstrasse, in der Elfenau, Bern, gibt es seit einigen Generationen einen Quartierladen. Ende des Jahres 2011 wurde klar, dass der Laden den veränderten Einkaufsgewohnheiten und Grossverteilern in der Umgebung nicht standhalten kann und geschlossen werden muss. Die Quartierbevölkerung zögerte nicht lange und beschloss, diesem Verlust an Lebensqualität nicht tatenlos zuzusehen. Innerhalb weniger Wochen gründeten sie die Interessengemeinschaft Brunnadere-Lade und starteten eine beispielhafte Rettungsaktion. Durch grosszügige Darlehen und Spenden, Unterstützung in der Buchhaltung und Ideen zur Gestaltung des Schaufensters konnte der „Brunnadere-Lade“ gerettet werden. Robel Kahsay, ein junger Eritreer, der im Laden seine Lehre als Detailhandelsassistent absolviert hatte, übernahm die Führung des Geschäfts. Nach dem Motto „Einkaufen im Quartier, leben im Quartier“, konnte er den Laden am 09. Januar 2012 neu eröffnen

Der „Brunnadere-Lade“ ist aber mehr als ein Laden. Der Geschäftsleiter Kahsay und seine Equipe haben es geschafft, dem Laden neuen Schwung zu verleihen und ihn im Laufe der Jahre zu einem kleinen aber beliebten Quartiertreffpunkt zu machen. Dort treffen sich Quartierbewohnerinnen und -bewohner beim Einkaufen und nehmen sich oft Zeit für einen „Schwatz“ oder zum gemeinsamen Kaffeetrinken.

Des Weiteren überzeugt der „Brunnadere-Lade“ mit der Zielsetzung, Arbeits- und Ausbildungsplätze für Migrantinnen und Migranten zu schaffen. Jährlich bie tet der Laden eine Vorlehrstelle und alle zwei Jahre eine Lehrstelle an. Eine Person in der Lehre, eine in der Vorlehre, eine Mitarbeiterin und Herr Kahsay als Geschäftsführer bilden heute das Team des „Brunnadere-Lade“. Bereits acht Migrantinnen und Migranten aus dem Irak, Tibet, Angola, Eritrea, Indonesien, Sri Lanka, Afghanistan und Syrien haben seit 2012 durch diese Ausbildungschance in der Schweizer Arbeitswelt Fuss gefasst. Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel gelebter Integration.

 

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